SBOM: Software Bill of Materials

Der Cyber Resilience Act macht die Software-Zutatenliste zur Pflicht. Wir helfen Ihnen, SBOM-Prozesse aufzubauen, automatisiert zu pflegen und CRA-konform zu dokumentieren.

11. Dez 2027
vollständige CRA-Pflichten inkl. SBOM-Anforderungen gelten ab diesem Datum
87 %
des Codes in kommerzieller Software besteht aus Open-Source-Komponenten (Synopsys OSSRA 2024)
24 h
ENISA-Erstmeldefrist bei aktiv ausgenutzten Schwachstellen in CRA-Produkten

Die Zutatenliste Ihrer Software.

Eine Software Bill of Materials (SBOM) ist ein maschinenlesbares Verzeichnis aller Softwarekomponenten: Bibliotheken, Open-Source-Pakete, Frameworks und deren Versionen. Sie ist das digitale Äquivalent zur Zutatenliste bei Lebensmitteln. Wenn eine neue Schwachstelle bekannt wird, können Hersteller und Betreiber anhand der SBOM sofort prüfen, ob und in welchen Produktversionen die betroffene Komponente steckt.

Laut Synopsys Open Source Security and Risk Analysis (OSSRA) 2024 besteht 87 Prozent des Codes in kommerzieller Software aus Open-Source-Komponenten. Ohne systematisches Inventar ist Schwachstellenmanagement nicht möglich. Der Cyber Resilience Act macht die SBOM daher zur gesetzlichen Pflicht.

BSI-Leitlinien 2026

Das BSI hat am 12. Mai 2026 im Rahmen der G7-Präsidentschaft Leitlinien für SBOM bei KI-Systemen veröffentlicht. Sie empfehlen, SBOM auch für KI-Modellabhängigkeiten und Trainings-Pipelines zu erstellen. Damit wird SBOM zum verbindenden Element zwischen CRA und KI-Risikomanagement nach ISO 42001.

Auf dieser Seite

  • Was eine SBOM ist und warum sie wichtig ist
  • Was der Cyber Resilience Act konkret verlangt
  • Anerkannte Formate: SPDX und CycloneDX
  • BSI G7-Leitlinien für SBOM bei KI-Systemen
  • Praktische Umsetzung: Tooling, Governance, Dokumentation
  • Was SBOM mit Schwachstellenmanagement verbindet

Was der Cyber Resilience Act konkret verlangt.

01

SBOM erstellen & pflegen

Hersteller müssen eine maschinenlesbare SBOM für jedes Produkt mit digitalen Elementen erstellen und über die gesamte Produktlebensdauer aktuell halten.

02

Schwachstellen-Monitoring

Aktive Überwachung von Schwachstellen in verwendeten Komponenten. Beim Bekanntwerden einer Schwachstelle muss innerhalb von 24 Stunden eine Erstmeldung an die ENISA erfolgen.

03

Sicherheitsupdates bereitstellen

Kritische Schwachstellen müssen innerhalb von 24 Stunden gepatcht werden. Updates sind mindestens 10 Jahre nach Markteinführung oder bis zum Ende des Produktlebenszyklus bereitzustellen.

04

Technische Dokumentation

Die SBOM ist Teil der technischen Dokumentation nach CRA-Anhang I. Sie muss für Marktüberwachungsbehörden verfügbar sein und ist Bestandteil der CE-Konformitätserklärung.

Was eine SBOM-Strategie umfasst.

Inventarisierung & Tooling

  • Bestandsaufnahme aller Softwarekomponenten
  • Toolauswahl: Syft, Trivy, FOSSA oder Snyk
  • Integration in Build-Pipeline und CI/CD
  • Automatisierte SBOM-Erzeugung bei jedem Release

Schwachstellenmanagement

  • Abgleich mit CVE- und NVD-Datenbanken
  • Risikobasierte Priorisierung nach CVSS
  • Patch-Workflows und Eskalationsprozesse
  • ENISA-Meldeprozess bei aktiv ausgenutzten Lücken

Governance & Dokumentation

  • SBOM-Richtlinie und Verantwortlichkeiten
  • Technische Dokumentation nach CRA-Anhang I
  • Versionierung und Archivierung der SBOM
  • Einbettung in das ISMS und die IS-Policy

SBOM für KI-Systeme

  • Modellabhängigkeiten und Framework-Versionen
  • Datenquellen und Trainings-Pipeline-Komponenten
  • Umsetzung der BSI G7-Leitlinien vom 12. Mai 2026
  • Verknüpfung mit ISO 42001 Risikomanagement

Häufige Fragen zur SBOM und CRA-Compliance.

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Eine Software Bill of Materials (SBOM) ist ein maschinenlesbares Verzeichnis aller Softwarekomponenten eines Produkts: Bibliotheken, Abhängigkeiten, Open-Source-Pakete und deren Versionen. Sie ist das Äquivalent zur Zutatenliste bei Lebensmitteln. Mit einer SBOM können Hersteller und Betreiber bei bekannt gewordenen Schwachstellen (CVEs) sofort prüfen, ob ihre Produkte betroffen sind.

Der CRA verpflichtet Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen, eine SBOM als Teil der technischen Dokumentation zu erstellen und auf dem neuesten Stand zu halten. Ziel ist Transparenz über Softwareabhängigkeiten, damit Schwachstellen in verwendeten Bibliotheken schnell identifiziert und gepatcht werden können. Die volle SBOM-Pflicht gilt ab dem 11. Dezember 2027.

Die beiden verbreitetsten Formate sind SPDX (Software Package Data Exchange, ISO/IEC 5962) und CycloneDX (OWASP-Standard). Beide sind maschinenlesbar und unterstützen automatische Schwachstellenabgleiche mit CVE-Datenbanken. Das BSI empfiehlt CycloneDX in seinen SBOM-Leitlinien. Entscheidend ist nicht nur das Format, sondern die Vollständigkeit und regelmäßige Aktualisierung.

Das BSI hat am 12. Mai 2026 im Rahmen der deutschen G7-Präsidentschaft Leitlinien für den Einsatz von SBOM bei KI-Systemen veröffentlicht. Die Leitlinien empfehlen, SBOM nicht nur für klassische Software, sondern auch für KI-Modelle und Trainingsdaten-Abhängigkeiten zu erstellen. Damit wird SBOM zum verbindenden Element zwischen CRA-Compliance und KI-Risikomanagement.

Ja, der CRA gilt grundsätzlich für alle Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen, die auf dem EU-Binnenmarkt in Verkehr gebracht werden, unabhängig von der Unternehmensgröße. Kleinstunternehmen profitieren von vereinfachten Konformitätspfaden, sind aber nicht vollständig ausgenommen. Entscheidend ist, ob das Unternehmen als Hersteller, Importeur oder Händler agiert.

Bei modernen Softwareprojekten kann ein Großteil der SBOM automatisiert erzeugt werden, etwa durch Tools wie Syft, Trivy oder integrierte CI/CD-Plugins. Der eigentliche Aufwand liegt in der Governance: Wer ist verantwortlich, wie wird die SBOM aktualisiert, wer prüft sie auf Vollständigkeit? Wir helfen Ihnen, diesen Prozess effizient aufzusetzen und CRA-konform zu dokumentieren.

CRA-Compliance strukturiert umsetzen.

SBOM ist ein Baustein der CRA-Umsetzung. Wir begleiten Sie durch alle Anforderungen des Cyber Resilience Act.

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