SBOM: Software Bill of Materials
Der Cyber Resilience Act macht die Software-Zutatenliste zur Pflicht. Wir helfen Ihnen, SBOM-Prozesse aufzubauen, automatisiert zu pflegen und CRA-konform zu dokumentieren.
Die Zutatenliste Ihrer Software.
Eine Software Bill of Materials (SBOM) ist ein maschinenlesbares Verzeichnis aller Softwarekomponenten: Bibliotheken, Open-Source-Pakete, Frameworks und deren Versionen. Sie ist das digitale Äquivalent zur Zutatenliste bei Lebensmitteln. Wenn eine neue Schwachstelle bekannt wird, können Hersteller und Betreiber anhand der SBOM sofort prüfen, ob und in welchen Produktversionen die betroffene Komponente steckt.
Laut Synopsys Open Source Security and Risk Analysis (OSSRA) 2024 besteht 87 Prozent des Codes in kommerzieller Software aus Open-Source-Komponenten. Ohne systematisches Inventar ist Schwachstellenmanagement nicht möglich. Der Cyber Resilience Act macht die SBOM daher zur gesetzlichen Pflicht.
BSI-Leitlinien 2026
Das BSI hat am 12. Mai 2026 im Rahmen der G7-Präsidentschaft Leitlinien für SBOM bei KI-Systemen veröffentlicht. Sie empfehlen, SBOM auch für KI-Modellabhängigkeiten und Trainings-Pipelines zu erstellen. Damit wird SBOM zum verbindenden Element zwischen CRA und KI-Risikomanagement nach ISO 42001.
Auf dieser Seite
- Was eine SBOM ist und warum sie wichtig ist
- Was der Cyber Resilience Act konkret verlangt
- Anerkannte Formate: SPDX und CycloneDX
- BSI G7-Leitlinien für SBOM bei KI-Systemen
- Praktische Umsetzung: Tooling, Governance, Dokumentation
- Was SBOM mit Schwachstellenmanagement verbindet
Was der Cyber Resilience Act konkret verlangt.
SBOM erstellen & pflegen
Hersteller müssen eine maschinenlesbare SBOM für jedes Produkt mit digitalen Elementen erstellen und über die gesamte Produktlebensdauer aktuell halten.
Schwachstellen-Monitoring
Aktive Überwachung von Schwachstellen in verwendeten Komponenten. Beim Bekanntwerden einer Schwachstelle muss innerhalb von 24 Stunden eine Erstmeldung an die ENISA erfolgen.
Sicherheitsupdates bereitstellen
Kritische Schwachstellen müssen innerhalb von 24 Stunden gepatcht werden. Updates sind mindestens 10 Jahre nach Markteinführung oder bis zum Ende des Produktlebenszyklus bereitzustellen.
Technische Dokumentation
Die SBOM ist Teil der technischen Dokumentation nach CRA-Anhang I. Sie muss für Marktüberwachungsbehörden verfügbar sein und ist Bestandteil der CE-Konformitätserklärung.
Was eine SBOM-Strategie umfasst.
Inventarisierung & Tooling
- Bestandsaufnahme aller Softwarekomponenten
- Toolauswahl: Syft, Trivy, FOSSA oder Snyk
- Integration in Build-Pipeline und CI/CD
- Automatisierte SBOM-Erzeugung bei jedem Release
Schwachstellenmanagement
- Abgleich mit CVE- und NVD-Datenbanken
- Risikobasierte Priorisierung nach CVSS
- Patch-Workflows und Eskalationsprozesse
- ENISA-Meldeprozess bei aktiv ausgenutzten Lücken
Governance & Dokumentation
- SBOM-Richtlinie und Verantwortlichkeiten
- Technische Dokumentation nach CRA-Anhang I
- Versionierung und Archivierung der SBOM
- Einbettung in das ISMS und die IS-Policy
SBOM für KI-Systeme
- Modellabhängigkeiten und Framework-Versionen
- Datenquellen und Trainings-Pipeline-Komponenten
- Umsetzung der BSI G7-Leitlinien vom 12. Mai 2026
- Verknüpfung mit ISO 42001 Risikomanagement
CRA-Compliance strukturiert umsetzen.
SBOM ist ein Baustein der CRA-Umsetzung. Wir begleiten Sie durch alle Anforderungen des Cyber Resilience Act.
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