Der Cyber Resilience Act (CRA) verpflichtet Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen zu verbindlichen Cybersicherheitsanforderungen. Die Grundpflichten gelten ab dem 11. September 2026, die Meldepflicht für Sicherheitsvorfälle bereits ab dem 11. Juni 2026. Wer als Hersteller gilt und welche Prüfpflichten gelten, hängt von Produkt und Kategorie ab.
Hintergrund
Der CRA ist am 10. Dezember 2024 in Kraft getreten. Die Meldepflicht für aktiv ausgenutzte Schwachstellen gilt ab dem 11. Juni 2026. Die vollständigen Herstellerpflichten (SBOM, Konformitätsbewertung, CE-Kennzeichnung) gelten ab dem 11. September 2026. Für Produkte der Klasse II (kritisch) gilt eine verlängerte Übergangsfrist bis zum 11. Dezember 2027.
Zuständige nationale Behörde in Deutschland ist das CERT-Bund (BSI). Sicherheitsvorfälle und aktiv ausgenutzte Schwachstellen sind innerhalb von 24 Stunden dorthin zu melden. Unternehmen sollten jetzt mit der Vorbereitung beginnen, um bis September 2026 SBOM-fähig zu sein und Meldeprozesse aufgebaut zu haben.
CRA-Herstellerpflicht prüfen
Schritt 1: Enthält Ihr Produkt Softwarekomponenten oder ist es rein digitale Software?
Produkte mit digitalen Elementen sind Hardware-Produkte mit Softwareanteil sowie reine Softwareprodukte, die nicht ausschließlich als Cloud-Dienst erbracht werden. Reine Hardwareprodukte ohne Softwarekomponente fallen nicht unter den CRA.
Schritt 2: In welcher Rolle bringen Sie das Produkt auf den EU-Markt?
Hersteller ist, wer ein Produkt unter seinem Namen oder seiner Marke entwickelt oder wesentlich verändert und auf dem EU-Markt bereitstellt. Importeure und Händler haben geringere, aber eigenständige Pflichten.
Schritt 3: Welche Produktkategorie trifft auf Ihr Produkt zu?
Der CRA unterscheidet drei Kategorien. Die Kategorie bestimmt, wie die Konformitätsbewertung erfolgen muss. Im Zweifel gilt die niedrigere Kategorie, sofern das Produkt nicht in Anhang I oder II des CRA gelistet ist.
CRA-Fristen auf einen Blick
| Frist | Was gilt ab diesem Datum? |
|---|---|
| Sofort (Mai 2026) | SBOM-Struktur aufbauen, Schwachstellenmanagement etablieren, Meldeprozesse für CERT-Bund vorbereiten |
| 11. Juni 2026 | Meldepflicht in Kraft: Aktiv ausgenutzte Schwachstellen und Sicherheitsvorfälle innerhalb von 24 Stunden an die nationale Behörde melden |
| 11. September 2026 | Vollständige Herstellerpflichten: SBOM-Pflicht, Sicherheitsanforderungen nach Art. 13 CRA, Konformitätsbewertung, CE-Kennzeichnung |
| 11. Dezember 2027 | Verlängerte Frist für Klasse-II-Produkte (kritisch): Konformitätsbewertung durch notifizierte Stelle erforderlich |